Kunst-Natur-Zufall: Rost als gestaltende Kraft - Susanne Gersak

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Kunst-Natur-Zufall: Rost als gestaltende Kraft

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Beim Arbeiten mit rostendem Stahl kommt den Elementen Natur und Zufall eine große Rolle zu
Kunst und Natur - zwei Schlagworte die unsere Arbeiten mit rostendem Stahl treffend charakterisieren

In der modernen Kunst wurde das Gestaltungsmittel Rost immer wieder mit dem Vanitasgedanken in Verbindung gebracht.: Der auf dem Metall auftretende Rost sollte daran erinnern, dass er eines Tages - gemäß seiner Natur - das Material komplett zersetzen werde, also ein bewusstes sichtbar machen der Vergänglichkeit des Materials. Rost ist hier formzerstörendes Material.
Der vergrabene und langsam verrottende Stahlkubus des Künstlers Sol Le Witt sowie die lackierten Porträts auf Stahl, die langsam vom Rost zerfressen werden (Holger Pohl) führen uns die Dominanz des Materials über die künstlerische Formgebung vor Augen.
Dieser Konnotation des Rostes möchten wir einen anderen Aspekt entgegen stellen: Für uns steht die Ästhetik des Rostes als gestaltender, formgebender Kraft im Vordergrund. Eine Natur-Kraft, die aber nicht unvermeidlich auf eine Zerstörung der Form hinausläuft, sondern ein würdiges Gegenüber im Dialog mit dem "Künstlerwillen" ist: Eine konstruktive Kraft, die an der Entwicklung des Bildaufbaus maßgeblich beteiligt ist.
Das Gestalten mit Rost ist wie ein Weg mit vielen Windungen und Verzweigungen. Man plant zwar die grobe Richtung vor, aber unterwegs muss man immer wieder mit unvorhergesehenen Umwegen rechnen. Dieses Wechselspiel mit dem Zufall – genau genommen ist es eine Zusammenarbeit mit dem Zufall – ist unser Antrieb bei der Entstehung eines Werkes.     

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